Ein Wimmelbuch – am besten von Rotraut Susanne Berner
Ganz ehrlich, ich weiß nicht, wie viele Stunden ich im letzten Jahr vor einem Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berner verbracht habe. Wahrscheinlich wares es mehr als die gemeinsame Zeit mit meinem Mann. Aber es lohnt sich eben auch, weil es in diesem Bilderbuch immer etwas zu entdecken gibt.
Angefangen hat alles mit einem Klassiker: Das große Wimmelbuch von Anne Suess. Meiner Tochter und mir gefiel es von Anfang an, dass es sehr viel zu entdecken gibt – besonders auch bei kleinen Details. So kann sich eine “Session” mit einem Wimmelbuch auch mal eine halbe Stunde hinziehen. Es wird eben nie langweilig.
Weiter ging es dann mit Wimmelbüchern von Ali Mitgutsch, wie z.B. “Unsere große Stadt”. Auch sehr nett gemacht, allerdings bei mir nur ganz klar auf der Drei. Die Zeichnungen sind sehr liebevoll gestaltet, aber irgendwie fehlt den geschilderten Situationen oft ein bisschen Pepp.
Dann kam ich durch eine meiner Freundinnen (Natürlich auch mit Kind! Berlin-Pankow ist eben ein sehr fruchtbarer Landstrich!) auf die Wimmelbücher der Jahreszeiten von Rotraut Susanne Berner. Ich nehme es vorweg: Meine absolute Eins bei den Bilderbüchern.
Ich kann alle vier Bücher wirklich nur empfehlen. Angefangen haben wir mit dem Winter-Wimmelbuch, da es von der Chronologie das erste der vier Bände ist. Auf der Rückseite werden alle Charaktere kurz vorgestellt, die dann später im Buch diverse Handlungsstränge durchlaufen. Es handelt sich hier um sehr unterschiedliche Typen, aber alle sind äußerst sympathisch.
So gibt es zum Beispiel die leicht verpeilte Andrea, die ständig ihren Bus verpasst und das ganze Buch eigentlich nur unter Dauerstrom steht, weil sie eine deutsche Tugend eben nicht beherrscht. Dann haben wir Petra, die wohl nicht viel von sozialen Kontakten hält, dafür aber dauerhaft mit einem Buch vor der Nase auftaucht.
Als nächster Band kam dann logischerweise das Frühlings-Wimmelbuch. Das Schöne an der Fortsetzung: Bekannte Personen aus dem Winter tauchen hier wieder auf und erleben eine neue Geschichte. Hinzu kommt, dass die Stätten auch in jedem Buch exakt gleich bleiben und Handlungsstränge leicht und duchaus logisch verknüpft werden.
Ein nettes Beispiel dazu: Die Hundebesitzerin Elke geht im Winter noch ziemlich alleine Gassi und der sportliche Manfred joggt trotz Kälte ebenfalls täglich ohne Partner. Wie der Zufall es will, lernen sich die beiden im Frühling kennen. Im Sommer wird dann Jogging und Hund ausführen verbunden, wodurch sich die Beziehung intensiviert.
(Wie genau wird nicht erläutert, aber da die Zielgruppe dieses Blogs ganz klar (werdende) Mütter sind, sollte der Prozess bekannt sein!)
Und wie das eben so bei frischen Beziehungen ist, die dazu noch unter enormer Sonnenbestrahlung im Sommer stehen, wird aus dem gemeinsamen Sport der Startschuss für eine dauerhafte Beziehung. Kennt man ja… Im Herbst-Wimmelbuch bin ich mir übrigens ziemlich sicher, dass sich Elkes Bauch schon ein wenig vorschiebt.
Dies ist aber nur ein Beispiel für viele unterschiedliche Situationen, die sich alle über die vier Jahreszeiten ziehen.
Die gesamte Reihe ist meiner Einschätzung nach ein “Must-have” für jedes Kind. Für die Mütter ach, denn wir haben zu Anfang im Freundeskreis häufig über die unterschiedlichen Personen diskutiert – natürlich auch über Elke & Manfred…
Übrigens: Wer andere Bücher von Rotraut Susanne Berner kennt, wird hier auch ein paar Bekannte wiedertreffen…
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